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Information about Uganda

Die Geschichte

Zur Geschichte Ugandas wird sicherlich vielen der Name "Idi Amin" einfallen, in dessen Regierungszeit 1971-1979 an die 400.000 Ugander durch "Säuberungsaktionen" ihr Leben verloren und auch die Wirtschaft und Infrastruktur rasant verfielen. Seine Niederlage kam, als er 1978 einen Invasionsversuch in das Nachbarland Tansania versuchte und von deren Armee zurückgeschlagen wurde.

Seit 1986 wird Uganda von Museveni regiert und es scheint langsam bergauf zu gehen im Land. 2006 hat es die letzten Wahlen gegeben, bei denen Museveni erneut gewählt wurde. Allerdings bestreitet die einzige Oppositionspartei den Wahlsieg mit der Begründung, dass die Wahlen nicht fair abgelaufen seien. Außerdem hätte Museveni eigentlich kein weiteres Mal kandidieren dürfen, denn nach ugandischem Gesetz waren nur 20 Jahre an der Macht erlaubt. Aber er änderte die Gesetze vor Beginn der Wahlen und legitimierte so seine erneute Kandidatur und Präsidentschaft.

Der Norden Ugandas hat 20 Jahre Unruhen hinter sich. Eine Rebellentruppe, die LRA (Lord´s Resistance Army), hat schätzungsweise 20.000 Kinder entführt und als Soldaten missbraucht, mit dem Ziel gegen Musevenis Regierung zu kämpfen. 2006 wurde nun ein Friedensabkommen erzielt und ganz allmählich beginnen die ca. 1,4 Millionen Menschen aus den Flüchtlingslagern zurück in ihre Dörfer zu siedeln. Allerdings hat der Anführer der Rebellen nach wie vor das endgültige Friedensabkommen nicht unterzeichnet - trotz mehrfacher Versprechungen und man weiß noch nicht recht, ob es wirklich beim Frieden bleiben wird. Trotz Aufwärtstrend zählt Uganda heute immer noch zu den 20 ärmsten Ländern der Welt.


Die Bevölkerung
Die über 24 Mio. Einwohner Ugandas verteilen sich auf mehr als 40 verschiedene Volksgruppen. Das Volk in der Gegend von Kumi gehört zu den Teso. Obwohl die Amtssprache Englisch ist, beherrschen wohl viele Dorfbewohner nur ihre Stammessprachen. Die Sprache der Teso heißt Ateso und wird von ca. 8% der Ugander gesprochen.


Bildung und Gesundheit
Die Alphabetisierungsrate lag 2002 bei 67%, die Einschulungsraten erreichten im Jahr 2000 im Grundschulbereich ca. 80% und im Sekundarschulbereich etwas über 10%.
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 44 Jahren. Großes Problem sind dabei die hohe Kinder- und Muttersterblichkeitsrate, was nicht zuletzt durch die schlechte ärztliche Versorgung von 1:25.000 (1999) bedingt ist. Durch Informationskampagnen konnte in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Eindämmung der HIV-Infektionsrate erzielt werden. Trotzdem schätzt man die Zahl der HIV-Infizierten auf mindestens 1,5 Mio. Ugander.


Mein Einsatzort: das Kumi-Hospital
Das Kumi Hospital ist ein privates Krankenhaus, getragen von der anglikanischen Church of Uganda. Es liegt ca. 300 km entfernt von Kampala im Osten Ugandas. Die Gegend ist klimatisch heißer und trockener als West- und Süduganda. Die sehr gastfreundlichen Menschen in dieser Gegend gehören zum Volk der "Iteso" und sind traditionell Kuhhirten. 1929 wurde das Krankenhaus von der Church Missionary Society als Center für Leprakranke gegründet. Unter der Diktatur von Idi Amin brach die komplette Infrastruktur des Landes und dadurch am Ende auch die Arbeit das Krankenhaus völlig zusammen. 1992 diente es vorübergehend als Lager für Flüchlinge aus der Gegend. Danach ging es schrittweise wieder bergauf, so dass 1997 das Lepra Center offiziell in ein allgemeines Krankenhaus transformiert werden konnte, das heute mit einer Kapazität von rund 350 Betten einen großen Bereich der Gesundheitsversorgung in Ost-Uganda abdeckt. Heute umfasst das Kumi Hospital neben der Ambulanz, dem Labor und der Apotheke eine Vielzahl von Abteilungen wie Pädiatrie, Chirurgie, Gynäkologie, Innere Medizin, Orthopädie mit eigener Werkstatt, TB-und Leprastation, ein Rehabilitationscenter für Kinder mit körperlichen Behinderungen und die Ernährungsstation. Seit kurzem gibt es eine eigene Homepage des Krankhauses mit weiteren und aktuellen Informationen: www.kumihospital.org.


1998 wurden auf Anfrage des Krankenhauses in Kumi vom DMÄT eine Ernährungswissenschaftlerin und ein Agraringenieur entsandt, um eine Ernährungsstation für Kinder mit schwerer Mangel- und Fehlernährung aufzubauen. Seit dieser Zeit unterstützt das DMÄT das Krankenhaus sowohl bei der Finanzierung als auch bei der personellen Besetzung der Ernährungsstation. In der Regel wird die Station von einer deutschen Ernährungswissenschaftlerin oder Kinderkrankenschwester in Zusammenarbeit mit einer einheimischen Sozialarbeiterin geleitet. Des Weiteren finden medizinisch-technische Assistenten, Physiotherapeuten, FSJler (Freiwilliges Soziales Jahr), Agraringenieure, Ärzte- oder Medizinstudenten Möglichkeit, sich für 6 bis 12 Monate oder länger in die medizinische Arbeit in den unterschiedlichen Abteilungen mit einzubringen, um gemeinsam mit den einheimischen Mitarbeitern die Not der Bevölkerung dort zu lindern und Ihnen dadurch Gottes Liebe in ganz praktischer Weise zu zeigen.

Das Hauptprojekt der DMÄT in Kumi ist die Nutrition Unit (Ernährungsstation) des Krankenhauses, auf der Hilfe für mangel- und fehlernährte Kinder angeboten wird. Die Arbeit der Ernährungsstation besteht aus drei Kernelementen:


Akute Hilfe für das unterernährte Kind

Oftmals befinden sich die Kinder in einem lebensbedrohlichen Zustand, wenn sie zur Ernährungsstation gebracht werden. In der Ambulanz werden sie von einem Arzt untersucht, der die notwendigen Maßnahmen und Medikamente verordnet und sie stationär aufnimmt. Dann werden sie auf der Ernährungsstation auf den Grad und die Art ihrer Mangelernährung hin untersucht, um sofort mit der richtigen Ernährungstherapie beginnen zu können. In den ersten Tagen müssen die Kinder alle 2 Stunden über Tag und Nacht eine Spezialnahrung bekommen, was sehr gewissenhafte und sorgfältige Betreuung erfordert. Man unterscheidet Mangelernährung in Marasmus, Kwashiorkor sowie Mischformen aus den beiden. Der Fortschritt der Kinder zeigt sich beim täglichen Wiegen und in den regelmäßigen Arztvisiten. Geht es einem Kind besser, wird die Spezialnahrung angepasst, so dass es optimal an Gewicht zunehmen kann. Im späteren Verlauf wird dann die Spieltherapie ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation, denn mangelernährte Kinder sind immer auch geistig und physisch zurück geblieben und brauchen daher dringend besondere Förderung.


Schulung der Mütter (oder Väter) in Ernährung und Hygiene

Täglich werden kurze Schulungseinheiten mit den Müttern gehalten, in denen sie u.a. über die Grundlagen der Ernährung, über Hygiene, Krankheitsvorbeugung lernen. Außerdem gehört zu der Station ein großer Garten, in dem für den Eigenbedarf Lebensmittel angebaut werden. Auch dieser dient dazu, den Müttern neue Ideen für ihren Anbau zu Hause zu vermitteln. Durch diesen Unterricht wollen wir helfen, Rückfälle zu vermeiden und gleichzeitig gegen Mangelernährung bei Geschwisterkindern, Nachbarn usw. vorzubeugen. Die Schulungseinheiten beginnen immer mit ein paar Liedern, einem Gebet oder einer kurzen Andacht. Denn wir wollen den Menschen vermitteln, dass das Wort Gottes genauso wichtig ist wie unser tägliches Brot (Matthäus 4, 4).


Dorfbesuche

Als drittes Kernelement gehört zu der Arbeit der Ernährungsstation, dass wir in die umliegenden Dörfer fahren, um die ehemaligen Patienten nach zu betreuen und ggf. konkrete Hilfestellung zu geben z.B. durch ein Moskitonetz, eine Decke, etwas Geld für Milch oder den Bau einer Latrine oder aber einfach durch Beratung. Zum anderen haben die Dorfbesuche den Sinn, neue Kinder mit Mangelernährung "aufzuspüren" und in das Krankenhaus zu bringen. Mangelernährung gilt leider sehr stark als Stigma für die Familien und daher werden die Kinder oftmals lieber zum Sterben in der Hütte versteckt als sie ins Krankenhaus zu bringen. Dieses so genannte "Field-Work" ist eine sehr spannende Arbeit, bei der man einen tiefen Einblick in das Leben und die Kultur der Ärmsten der Armen bekommt.



Das Land

Uganda ist ein Binnenland im Osten Afrikas. Es grenzt im Osten an Kenia, im Süden an Ruanda und Tansania, im Westen an DR Kongo und im Norden an den Sudan. Hauptstadt von Uganda ist Kampala. Das südliche Landesdrittel wird vom Äquator durchschnitten. Etwa die Hälfte des Viktoriasees nimmt die Südostecke Ugandas ein.


Das Klima

Während die natürliche Vegetation im Süden und Osten überwiegend aus Feuchtsavanne und kleinen tropischen Regenwäldern besteht, wird der Norden und Nordosten (also dort wo Kumi, mein Einsatzort, liegt) von trockener Dornenbuschsavanne und Halbwüsten eingenommen.

Die große Trockenzeit erstreckt sich von Juni bis September, die Hauptregenzeit von Mitte März bis Juni. Es gibt aber auch noch eine kleinere Trockenzeit, die Mitte Dezember bis Anfang Februar und die kleine Regenzeit, die in den Monaten Oktober bis Dezember liegt.

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