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Pictures Uganda June 2006

Bilder Uganda Juni 2006

Als ich diese beiden das erste Mal auf einem Outreach gesehen habe, dachte ich, es wären Zwillinge. Tatsächlich ist aber das Mädchen 2 und der Junge 1 Jahr alt. Beide können wegen der Mangelernährung noch nicht laufen. Dazu kommt, dass die Mama schon wieder hochschwanger ist und in ein paar Monaten wohl drei Kinder durch die Gegend tragen muss. Wenn man sich dann noch vorstellt, dass der Mann 3 Frauen hat, die alle in diesem Tempo entbinden, braucht man nicht mehr lange über die Ursache der Mangelernährung nachzudenken. Leider eine Geschichte, die man hier sehr häufig hört. Zumindest in den ländlichen Gegenden haben viele noch die Ansicht, dass es gut ist so viele Kinder wie nur irgend möglich zu produzieren. Eine Frau kann nicht selten 10-15 Kinder auf die Welt bringen und dann noch vielleicht ein oder zwei Nebenfrauen mit der selben Anzahl...manchmal kennt der Vater noch nicht mal die Namen aller seiner Kinder. Die beiden auf dem Bild sind gerade dabei "Plumpy-Nut" zu essen. Das ist eine energiereiche Nahrung auf Erdnussbasis, die Tina im Rahmen ihrer Diplomarbeit eingeführt und getestet hat. Wie man deutlich sehen kann, mögen die beiden sie sehr gerne - wenn auch die Hälfte davon im Gesicht und auf dem Fussboden anstatt im Mund landet .


Elefanten   (05.06.2006)

Dieses Foto entstand im Queen Elisabeth Nationalpark. Im Februar hatte ich dort ein paar Tage meines Urlaubs verbracht und in vollen Zügen die wunderbare Natur geniessen können. Bevor wir ankamen, habe ich mich gefragt, ob ich wohl in den Tagen dort mal einen Elefanten zu Gesicht bekommen würde und dann lief uns nur wenige Meter hinter dem Eingang diese Elefantenherde über den Weg! Absolut beeindruckend! Unser Führer meinte, man müsse sehr aufpassen, denn wenn man mit dem Auto in so eine Herde hineingerät, kann es schnell lebensgefährlich werden.


Fehlbildungen   (05.06.2006)

Dies ist ein Junge, auf den wir bei einem Outreach gestossen sind. Er hat angeborene Fehlbildungen aller Extremitäten. Trotzdem konnte der Junge relativ normal laufen und zur Schule gehen. Es ist immer wieder erstaunlich und oft auch erschreckend, was man alles zu sehen bekommt, wenn man Leute tief im "Busch" besucht. Die meisten haben dort noch nie einen Arzt zu Gesicht bekommen und behinderte Kinder wachsen dementsprechend einfach so ohne medizinische Betreuung oder Beratung auf - nicht selten fristen sie dementsprechend ein sehr trauriges Dasein zu Hause, weil ein behindertes Kind häufig als Schande angesehen wird.


Hochzeit   (05.06.2006)

Dies war die erste kirchliche Trauung, die ich in Afrika besucht habe. Ich war ziemlich erstaunt, dass sich das meiste kaum von einer Hochzeit in Deutschland unterscheidet. Hier ist das Hochzeitspaar gerade dabei, den Kuchen anzuschneiden. Allerdings folgt dann eine Tradition, die wir nicht kennen, und zwar "füttert" erst die Frau den Mann mit dem Kuchen und dann der Mann die Frau als Zeichen des füreinander Sorgens. Anschliessend bringt die Frau Kuchen zur Familie des Mannes und der Mann zur Familie der Frau. Das alles sorgt immer für ziemlich viel Gelächter, aber an für sich finde ich eine schöne Sitte.


Kirchentrommeln   (05.06.2006)

Sonntags wird hier nicht mit Glocken zum Gottesdienst gerufen, sondern mit dieser Trommel. Es ist erstaunlich, wie weit man sie hören kann. Da kann man sich richtig vorstellen, was der Begriff "Buschtrommel" meint.


Neues NU-Team   (05.06.2006)

Alle paar Jahre werden innerhalb des Hospitals die Krankenschwestern getauscht. Nicht alle auf einmal, aber immer ein Teil. Dieses Jahr im Mai war es wieder soweit und so haben auch wir auf unserer Station zwei neue Krankenschwestern bekommen. Auf diesem Foto seht ihr nun unser neues Team: Die Namen sind von rechts nach links: Teddy, Rose, Tina, Jeniffer, Florence und Esther. Jeniffer ist "enroled nurse", hat also eine 2-jährige Schwesternausbildung, Florence und Teddy sind "Nursing aids" also Schwesternhelferinnen und Rose ist Sozialarbeiterin und einheimische Leitung der Station.


Okoth 1   (05.06.2006)

Dieser Junge kam mit einem marasmischen Kwashiorkor zu uns. Die schwerste Form von Mangelernährung. Ganz deutlich sieht man die Oedeme in den Füssen und Armen. Beeindruckend ist auch, wie sich die Haut verändert, sowohl von der Farbe als auch von der Beschaffenheit.


Okoth 2   (05.06.2006)

Leider hat Okoth eine sehr traurige Geschichte: Seine Grossmutter hatte 5 Kinder. Zwei davon sind an AIDS gestorben, zwei weitere als Soldaten. Die einzige noch lebende Tochter ist durch cerebrale Malaria geistig stark behindert. Auch der Ehemann der Grossmutter ist schon vor einigen Jahren gestorben (woran weiss man nicht). Nun wurde zu all dem Leid die behinderte Tochter auch noch schwanger, wobei keiner weiss, wer der Vater sein könnte. Und so hat sie Okoth zur Welt gebracht, der wiederum auch eine geistige Behinderung zu haben scheint. Also lebt die Grossmutter nun alleine mit den beiden behinderten Kindern und versucht durch das Bebauen ihres Landes genug einzubringen, um alle am Leben zu halten. Kein Wunder also, dass dieses Kind schwer mangelernährt zu uns kam. Die Grossmutter wollte wohl gar nicht kommen, weil sie dachte, dass er sowieso sterben wird, aber er hat es geschafft und nun ist sie sehr glücklich. Sie meinte sie wollte Okoths Namen ändern in "der, der den Tod besiegt hat" (wie das in Ateso heisst, habe ich vergessen). Wenn man allerdings mal ein wenig in die Zukunft überlegt, fragt man sich wie es weitergehen soll. Wenn die Grossmutter irgendwann stirbt, ist keiner mehr da, der für die beiden sorgen kann und sie werden alleine wohl nie in der Lage sein, für sich zu sorgen. Zwar haben wir jetzt ein kleines Wunder vollbringen können, aber wie wird es in 5 oder 10 Jahren mit Okoth aussehen?!


800g   (05.06.2006)

Dieses Neugeborene hat gerade mal 800g auf die Waage gebracht. Trotzdem war es dabei unglaublich fit und konnte sogar von Anfang an an der Brust saugen. In Deutschland kann man sich kaum vorstellen, dass ein solches Kind ohne intensiv-medizinische Betreuung überleben könnte, aber hier gibt es noch nicht mal einen Brutkasten. Das Kind wird dann entweder direkt an den Körper der Mutter gewickelt oder man stellt alle paar Stunden einen Topf mit kochendem Wasser in den Raum. Wenn es zu schwach zum säugen ist, wird die Milch ausgepresst und mit Teelöffel gegeben. Immer wieder erstaunlich, wie zäh die Kinder hier sind!


Asio und Okot   (05.06.2006)

Okurut   (05.06.2006)

Dieser kleine Junge hat es leider nicht geschafft. Dabei lag dieses Mal die Mangelernährung nicht an der Armut oder mangelnden Wissens der Eltern, denn die beiden sind Lehrer. Sondern er hatte eine riesige Zyste in der Leber, die rausoperiert wurde. Leider hat es sehr lange gedauert, bis die richtige Diagnose gestellt und dann ein Operationstermin und das nötige Geld dafür gefunden war. Deswegen war er schon ziemlich schwach und so musste die laufende Operation abgebrochen werden. Danach kam er zu uns, um ihn aufzupäppeln und fit genug für eine zweite Operation zu machen. Es schien auch relativ gut zu funktionieren. Es musste zwar immer wieder Flüssigkeit aus dem Bauch entfernt werden, aber er wurde kräftiger. Nach einigen Wochen ging es dann erneut in den OP und es schien auch erst alles wunderbar zu laufen, aber er hatte wohl dabei zu viel Blut verloren und es war kein Blut für eine Transfusion da. Dies ist auch ein Problem, dass wir sehr häufig haben. Die Kinder werden dann in die nächst grössere Stadt überwiesen, aber bis sie da mit öffentlichen Transportmitteln ankommen, ist es nicht selten schon zu spät.


Pflügen   (05.06.2006)

Felderbestellen ist hier in Uganda noch reine Handarbeit. So wird auch das Pflügen nicht mit Maschinen, sondern mit Ochsen gemacht. Zu Beginn der Regenzeit sieht und hört man überall die Männer mit den Ochsen arbeiten. Auch das Pflanzen, Unkrautjäten und Ernten wird alles mit Hand gemacht. Wer einen Job und somit etwas Einkommen hat, beschäftigt meist Tagelöhner, um solche Arbeiten machen zu lassen. Aber selbst jeder Angestellte im Hospital hat sein eigenes Land, auf dem er was anbaut, um sich so zusätzlich Geld zu verdienen. Der einfache Lohn würde in den meisten Fällen nie ausreichen, um die ganze Familie zu versorgen. Wir sind oft etwas genervt, wenn die Leute nicht pünktlich zur Arbeit kommen, aber wenn man sich überlegt, dass sie oft schon seit 4 oder 5 Uhr morgens auf dem Feld arbeiten bevor sie ins Krankenhaus kommen, dann kann man ihnen kaum noch böse sein.


Warzenschweine   (05.06.2006)

Diese netten Gesellen hier haben immer direkt vor unserer Unterkunft gelegen. Ich glaube es gibt keine hässlicheren Tiere als diese, aber ich war erstaunt, wie friedlich sie sind.


Regenwald   (05.06.2006)

Angrenzend an den Queen Elisabeth Nationalpark, gibt es ein Gebiet mit tropischem Regenwald. Zu unserer Safari gehört auch eine Wanderung darin - natürlich mit bewaffnetem Führer, denn man weiss nie, was einem dort an wilden Tieren begegnen wird. Bis auf Fussspuren und zahlreiche Affen haben wir dann aber dort nicht viel gesehen. Trotzdem war alleine die Atmosphäre und die faszinierende Geräuschkulisse eine Erfahrung wert.


Schwarzer Tee   (05.06.2006)

Dies ist schwarzer Tee im Anbau. In Uganda wird viel Kaffee und Tee angebaut. Kaffee fast nur für den Export, aber Tee wird auch von den Einheimischen sehr viel getrunken. Man sieht also in (vor allem den westlichen) Teilen Ugandas riesige Plantagen nur mit diesem Gewächs. Für die Teeproduktion werden immer nur die Spitzen, also die jüngsten Blätter gepflückt.


Vom Boot   (05.06.2006)

Im Queen Elisabeth Nationalpark haben wir unter anderem auch eine Bootstour gemacht. Da dieser See die einzige Wasserquelle in der Gegend ist, findet man dort immer eine grosse Anzahl und Vielfalt an Tieren. Besonders beeindruckt hat mich, dass sich alle diese Tiere so dicht beieinander leben und sich trotzdem miteinander vertragen. Mehrfach habe ich versucht ein Nilpferd beim "Gähnen" zu fotografieren, aber leider ist mir das nicht gelungen.


Wassertank   (05.06.2006)

Vor ein paar Wochen fing unser Wasser für die Dusche an, fürchterlich zu stinken. Also blieb uns nichts anderes übrig, als den fast vollen Tank leer laufen zu lassen, was uns echt schwer gefallen ist, denn Wasser ist hier wahnsinnig kostbar. Diese jungen Männer haben wir dann angestellt, den Tank von seinem Ständer zu hieven und sauber zu machen. Gott sei dank, ist das ganze zu Beginn der Regenzeit gewesen, so dass der Tank inzwischen wieder voll ist.


Zebras   (05.06.2006)

Echte wilde Zebras! Ein schöner Anblick so eine Herde, wenn auch nur aus ziemlicher weiter Entfernung...