© 2014 www.esther-news.de - Impressum

Information about Malawi

Malawi

Das Land

Malawi ist ein kleines Binnenland in Südost-Afrika. Nachbarländer sind Zambia, Mozambique und Tansania.  Die Hauptstadt von Malawi ist Lilongwe und mit 650.000 Einwohner die größte Stadt in Malawi. 24.400 der 118.480 km² Landesfläche bestehen aus dem Malawisee, der den drittgrößten Binnensee Afrikas darstellt. Das Land ist gekennzeichnet von großen Höhenunterschieden: von 37 m bis zu 3.000 m auf dem „Mulanje“ Bergmassiv.

Das Klima

Das Land ist sub-tropisch mit der Regenzeit im November bis April und der Trockenzeit von Mai bis November. Das Land ist durchzogen von weiten Ebenen mit kleineren Hügeln und einigen Bergen, hat aber wenig natürliche Ressourcen. Vorhandene Uraniumvorkommen sind bislang weitgehend ungenutzt.

Die Geschichte

Die Geschichte Malawis ist im Vergleich zu den meisten anderen afrikanischen Ländern weitgehend friedlich geprägt. Die ehemals englische Kolonie wurde 1964 unabhängig. Bis 1994 wurde das Land von dem Diktator Hastings Kamuzu Banda regiert. 1994 wurden die ersten demokratischen Wahlen abgehalten. Seit 2004 ist Bingu wa Mutharika Präsident des Landes. Obwohl sich das Land wirtschaftlich unter seiner Regierung weiterentwickelt hat, gibt es nach wie vor große Probleme v.a. durch die rapide wachsende Bevölkerung, HIV und anhaltende Korruption.

Die Bevölkerung

Mit 13,6 Millionen Einwohnern  und einer Bevölkerungdichte von 115 Menschen pro km² eines der am dichtesten besiedelten Länder Afrikas. Vor allem im Süden das Landes, in dem die Bevölkerungsdichte auf 125 ansteigt, ist das ein bedeutendes Problem wenn es um Ernährungssicherung geht. Trotz dieser Problematik wächst die Bevölkerung immer noch um 2,4% jedes Jahr, was zusammen mit der hohen Sterblichkeit durch HIV/AIDS zu einer Art „Kinderstaat“ geführt hat, so dass heute 48% der Bevölkerung jünger als 15 Jahre alt sind. Auch besonders in Malawi ist die Stadt-Land Verteilung: nur 17% der Malawier leben bislang in Städten.

Im Land gibt es 4 verschiedene Volksgruppen: die Chewa, Yao, Tonga und Ngoni. Wobei die Chewa die große Volksgruppe darstellen und deren Sprache Chichewa neben Englisch als Landessprache gilt und fast im ganzen Land gesprochen wird.

Bildung und Gesundheit

Die Alphabetisierung beträgt zur Zeit 63%. 1995 wurde freier Grundschulunterricht eingeführt, was zu einer Explosion der Schülerzahlen führte. Jedoch wurden weder genügend neue Lehrkräfte angestellt noch ausgebildet. Dementprechend hat die Qualität des Unterrichts massiv gelitten und Klassen in Dorfschulen bestehen nicht selten aus über 80 Kindern. Auch die Möglichkeiten für weiterführende Schulen sind stark begrenzt und für die arme Bevölkerung oftmals schwer zu finanzierenn, so dass es einen massiven Mangel an Fachkräften und Akademikern gibt. Dazu kommt der sogenannte „Brain-drain“, d.h. Fachkräfte (insbesondere auch Mediziner), die im Land ausgebildet wurden, gehen nach vollendeter Ausbildung ins Ausland. Angeblich gibt es dementsprechend in England mehr malawische Mediziner als in Malawi selbst.

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 44 Jahren. 600 Einwohner müssen sich ein Krankenhausbett teilen und auf ca. 50.000 Einwohner kommt ein Arzt. Einen Zahnarzt gibt es für 450.000 Einwohner und i.d.R. nur in den Städten. Malaria, Bilharziose, AIDS and Mangelernährung sind die häufigsten Krankheiten im Land. Die offizielle AIDS Rate liegt bei ca. 12%, wieder mit einem deutlichen regionalen Gefälle, und bis zu 17,8% im Süden des Landes. Jedes Jahr sterben ca. 70.000 Menschen an AIDS im Malawi.

Mein Einsatzort: Zomba Central Hospital

Während meines 3-monatigen Aufenthalts in Malawi habe ich in Zomba gewohnt, die mit ca. 80.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Malawis ist. Dort gibt es ein Regierungskrankenhaus, was bedeutet, dass die Kosten für die Behandlung komplett vom Staat übernommen werden. Es ist ein sogenanntes „third-level referral hospital“, also ein Krankenhaus in das Patienten von anderen kleineren Krankenhäusern und Dorfgesundheitsstationen überwiesen werden und wo weiterführende Diagnostik möglich ist. Dementsprechend ist es mit 500 Betten ziemlich groß und von den Patientenzahlen her völlig überfüllt. Zu Stoßzeiten werden alleine auf der Kinderstation bis zu 500 Kinder stationär aufgenommen. Dort einen Überblick zu behalten ist mehr oder weniger unmöglich. Neben der allgemeinen Kinderstation gibt es auch eine Ernährungsstation, auf der Kinder mit schwerer Mangelernährung aufgenommen und rehabilitiert werden. Die Rehabilitation folgt hier dem sogenannten „community-based therapeutic care“ Programm. Das bedeutet, dass die Kinder nur für wenige Tage auf der Station sind, so lange bis sie einigermaßen stabil entlassen werden können. Die Mütter bekommen dann eine 2-Wochen Ration der Spezialnahrung mit nach Hause und müssen dann alle 2 Wochen wieder kommen bis das Kind sein Zielgewicht erreicht hat. 8 Dorfgesundheitsstation im Distrikt sind in dieses Program involviert, so dass die Mütter an die Stelle überwiesen werden können, die für sie örtlich am besten gelegen ist. Leider ist die HIV Rate auf der Ernährungsstation schrecklich hoch: z.T. über 40%, was dazu führt, dass auch die allgemeine Sterberate in dem Ernährugnsprogramm sehr hoch ist.


Zomba

© cia.gov